Zeckenalarm – was hilft wirklich?

Ein Streitthema par Excellence 🙂 Als Hundefriseurin werde ich mehrmals täglich danach gefragt: „Wie schützen Sie Ihre Hunde vor Zecken?“ Und meine Antwort ist immer dieselbe: „Derzeit mit nichts!“ Grund dafür ist, dass meine Hunde derzeit noch kaum Zecken haben. Bisher hab ich gerade mal eine bei meinem Bengel raus machen müssen. So wie es scheint sind meine Gassigebiete und mein Garten Zeckenarm… zum Glück.

Was gibt es aber für Möglichkeiten um seine Fellnase vor den blöden Mistviechern zu schützen? Vorab sei gesagt, dass es kein Wundermittel gegen Zecken gibt. Bei dem einem Hund hilft Mittel X und bei dem anderen Hund wiederrum gar nicht. Deshalb heißt es ausprobieren. Und hier geht es um Hunde und nicht um die Prophylaxe bei anderen Tieren. Daher bitte nicht das Mittel einfach bei anderen Tieren anwenden, ohne sich vorher zu informieren. Es können nämlich manche Substanzen für andere Tiere, z.B.für  Katzen giftig bis tödlich sein.

In diesem Blogbeitrag möchte ich sämtlich Mittel (nein, keine Werbung – und meine persönliche Meinung, es darf gerne eine andere Meinung vertreten werden) aufzählen und bewerten.

Fangen wir an mit dem bekanntesten Mittel gegen Zecken, die es in jeder Tierarztpraxis zu kaufen gibt. Nämlich den Spotons, deren Flüssigkeiten in kleinen Pipette die auf den Nacken und Rutenansatz auf den Hund auf geträufelt werden. Frisch nach dem Auftragen sollte der Hund nicht dort gestreichelt werden und er sollte nicht unmittelbar danach gleich baden. Beim Auftragen selber riecht man meist schon einen stechenden Geruch. Kein Wunder… egal welches chemische Mittel, sie haben alles eines gemeinsam: Es ist ein Kontakt- und Fraßgift. Es ist wirklich jedem selbst überlassen, was er für sein Tier benutzen möchte. Ich persönlich möchte kein Gift auf meine Hunde regelmäßig tröpfeln. Auch wenn es keine Studie gibt – wer sollte auch eine Studie finanzieren, sie sind kostenintensiv (die Pharmaindustrie hat natürlich daran kein Interesse) – gibt es viele Erfahrungsberichte von Tierhalter, Tierheilpraktiker und Tierärzten die eine Reaktion auf diese Präparate bezeugen. Von Juckreiz, Haarausfall, Entzündungen, Epileptische Anfälle bis hin zu Organbeschwerden ist alles dabei. Dabei sei aber auch gesagt, dass ich viele Hunde kenne, die mit regelmäßigen Spotons behandelt werden, und bei denen keine Reaktion auf diese Präparate sichtbar ist.

Halsbänder mit chemischen Wirkstoffen wirken gleich wie die Spotons. Manche Halsbänder wirken noch zusätzlich gegen Sandmücken und werden daher gerne für den Urlaub in den Süden benutzt. Auch wenn ich wirklich kein Fan von den Chemiekeulen bin und meine Hunde nie chemische Spotons an sich hinbekommen, werde ich für den Marken und Toskana Urlaub meinen Fellnasen solch Halsbänder (mit Chemie) anziehen. Die Angst vor einer Ansteckung mit Mittelmeerkrankheiten überwiegt da einfach.

Chemietablette mit dem Wirkstoff Fluralaner, also auch ein Nervengift. Diesmal wird es nicht auf den Hund raufgetröpfelt, sondern direkt dem Hund zum Fressen verabreicht. Es hat keine abwehrende Wirkung auf Zecken. Hier muss die Zecken den Hund beißen und durch das Fluralaner sterben die Zecken nach etwa 12 Stunden ab und fallen dann vom Hund ab. Nun ja, also beißt die Zecke erst einmal zu, die Gefahr der Übertragung besteht also – auch wenn es heißt, dass die Krankheitserreger scheinbar erst nach 24 Stunden übertragen werden. Ich persönlich würde die Tablette schon aus 2 Gründen nicht nehmen: Erstens weil ich meinem Hund Gift nun direkt in den Magentrakt verabreiche – da schreit schon mein Menschenverstand: „Das kann nicht gesund sein“ und zweitens, dass die Zecken beißen müssen und erst nach Stunden absterben.

Kokosöl. Ja richtig gehört – das Kokosöl das man im Supermarkt bei der Backabteilung bekommt – wirkt gegen Zecken. Die darin enthaltene Laurinsäure können die Zecken anscheinend gar nicht leiden und meiden so die Tiere, die ganz dünn (!!!) mit dem Kokosöl eingeschmiert worden sind. Wichtig: Wirklich nur gaaaaanz wenig Öl nehmen, dann auf die markanten Stellen (=dort wo der Hund oft Zecken hat auftragen. Bei meinen Hunden fange ich an den Füßchen an, dann Gesicht und dann fahre ich einmal mit den Händen über den Körper – dabei reicht wirklich ganz wenig aus). Selbst wenn Zecken beißen, lassen sie sich ganz schnell wieder fallen. Bei Kokosöl ist mir keine Nebenwirkung bekannt, außer dass der Hund nach Kokos duftet und das Fell auf die Dauer etwas speckig wird – daher ab und zu mal baden. (Nein, baden schadet dem Hund nicht, auch nicht wenn man ein Hundeshampoo benutzt.)

-> Persönlich getestet. Bei meinen Fellnasen wirkt es!

Schwarzkümmelöl.  Bekommt man auch im Supermarkt. Schwarzkümmelöl ist sowie so ein kleines Wundermittel. Es soll das Immunsystem steigern, gegen Allergien helfen, Zecken die Flöhe abhalten, usw. Die Fellnasen bekommen wenige Tropfen ins Futter. Achtung: Bei Katze hochgiftig! Schwarzkümmelöl hat aber einen extremen Eigengeschmack, eine schleckige Fellnase mag es vielleicht nicht.

-> Persönlich getestet: Es wirkt bei meinen Hunden!

Knoblauch. Richtig – Knoblauch kann giftig sein. Grund dafür ist eine Schwefelverbindung. Aber die Dosis macht das Gift. Ein Hund müsste sehr viel Knobl essen, um daran zu vergiften (es heißt 1 Knoblzehe pro Kg Körpergewicht). Damit Knobl gegen Zecken wirkt, reicht schon eine sehr geringe Dosis ins Futter. Egal ob Frisch oder als Pulver/ Granulat – es ist wissenschaftlich bewiesen, dass es Zecken fern halten kann. Übrigens gibt es Knoblpulver extra für Hunde, das entschwefelt wurde, so besteht wirklich keinerlei Gefahr.

Bernsteinketten. Bernsteinketten kennt man von Babys. Nun gibt es sie aber auch für Hunde. Viele Hundehalter schwören drauf. Wir haben leider keinen Effekt damit gehabt, außer dass es schön aussieht. Nebenbei sind die Ketten recht teuer – je nach Länge zwischen 20 und 60 Euro. Wichtig ist, dass die Bernsteine ungeschliffen sind. Aufgrund dessen lädt sich das Fell elektrostatisch auf. Dies und der Harzgeruch soll Zecken fern halten. Wichtig ist, dass der Hund immer die Kette trägt, sind wirkt sie nicht.

-> Persönlich getestet: Keinen Erfolg gehabt!

Homöopathie gegen Zecken. Boah, da stellen sich meine Nackenhaare auf. Es werden recht hohe Potenzen (C200) zur täglichen Einnahme empfohlen. Wer sich aber mit Homöopathie auskennt, kennt den Grundsatz: „Gleiches mit Gleichem heilen“. Das bedeutet, dass es zu einer Arzneitmittelprüfung führen kann, wenn man ein Mittel einem kerngesunden Tier gibt. Das heißt, dass ein gesundes Tier plötzlich alle Symptome des Mittels zeigt, welches es bei einem kranken Tier heilen sollte. Fazit: Homöopathie kann man niemals als Prophylaxe anwenden. Man kann es anwenden, wenn das Tier tatsächlich einen Zeckenbiss hat, aber nicht als Prophylaxe! Finger davon lassen!

-> Nieeeemals machen!

Ätherische Öle wie Geraniol, Grapefruit, Citronella, Citridiol, Thymian, Oregano, Rosenholz und und und.  Diese Öle sollen den Chitinpanzer der Zecken angreifen und so die Tiere töten. Ätherische Öle selbst riechen sehr intensiv, daher mögen es viele Tiere nicht gerne. Manche Tiere reagieren auch empfindlich auf ätherische Öle auf der Haut. Daher gibt es schon Fertigpräperate für Hunde mit natürlichen Inhaltsstoffe. Diese Präperate sind schon etwas verdünnt, somit sind sie oft besser verträglich und riechen auch nicht so intensiv.

-> Persönlich getestet: Es wirkt bei uns! (P.s. ich nehme ein Mittel für Menschen für meine Hunde)

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Fazit: Welches Mittel man für seinen Hund wählt, muss jeder selbst wissen. Für mich persönlich kommen bei mir hier in Deutschland keine chemischen Mittel an meine Hunde ran. Da benutze ich natürliche Alternativen wie Kokosöl, Schwarzkümmelöl oder auch natürliche Präparate. Allerdings werde ich im Ausland (Mittelitalien zur Chemiekeule greifen).

 

 

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. andymuller41 sagt:

    Klasse, was ihr alles ausprobiert habt! Mein Favorit ist übrigens das Kokosöl und ich kann bestätigen, dass es wirkt. Besonders gründlich verteile ich es unter den Achseln (kann man das bei Hunden so sagen?) unserer beiden Vierbeiner, weil ich gehört habe, dass die Zecken dort ganz gern zubeißen. LG, Andy

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